Arzneimittelrichtlinien


01.04.2018

Erweiterte Arzneimitteldatenbank (AVWG 4.0)

Zum 01.04.2018 gelten neue Anforderungen an den Umfang der Arzneimitteldatenbank. Mit der nächsten Stufe des Arzneimittelversorgung-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG 4.0) müssen Pflichtangaben aus den Arzneimittelrichtlinien und Praxisbesonderheiten enthalten sein. Im Praxis-Programm erhalten Sie Hinweise in den Zusatzinformationen zum ausgewählten Präparat. Je nach Kontext werden diese Zusatzinformationen entweder als Tooltip oder im Informationsbereich vom jeweiligen Listenfenster (Hausapotheke, Medikationsplan) dargestellt:





Weiterführende Informationen werden durch den Klick auf den Verweis  rechtl. Hinweise  angezeigt. Zu den Hinweisen können eine ganze Reihe von Dokumenten und ausführliche Zusatzinformationen hinterlegt sein. Diese werden im Fenster "Rechtl. Hinweise/Praxisbesonderheiten" angezeigt:





Der Beschlusstext kann nach Auswahl durch die  Return -Taste angezeigt werden (PDF-Dokument).

Erläuterung zur Liste:

  • obere Zusatzinformationen:
    Präparatebezeichnung, Gruppenname, ggfs. Befristung des rechtlichen Hinweises
  • Listenbereich:
    Kategorie, Dokumententitel, Beschlussdatum, ggfs. Gültigkeit des Dokuments, (optional Dateiname)
  • untere Zusatzinformationen:
    Ausführliche Zusatzinformationen zur Gruppe der rechtlichen Hinweise
Übrigens:

Therapiehinweise  werden (sofern vorhanden) ebenfalls als blauer Verweistext (Link) im Informationsbereich des Arzneimittels angezeigt und werden durch Anklicken direkt aufgerufen (PDF-Dokument).



Geänderter Rezeptdruck

Mit diesem Update werden Rezepte nicht mehr wie bisher gedruckt.

Mit den Anforderungen zum AVWG gelten unter Anderem die folgenden Pflichtfunktionen (also nicht abschaltbar!):

  • Auf Rezepten dürfen nur Produkt- bzw. Wirkstoffbezeichnung, Wirkstärke, Darreichungsform, Packungsgröße und ggf. Normgröße angegeben werden. Die gleichzeitige Angabe von Packungsgröße und Normgröße ist zulässig.
  • Soweit verfügbar, ist die PZN anzugeben.
  • Es kann in einer Verordnungszeile nur ein Vielfaches der Packungsgröße eines Fertigarzneimittels verordnet werden.
  • Die Verordnung unterschiedlicher Packungsgrößen in einer Rezeptzeile ist unzulässig.
  • Eine zusätzliche Kennzeichnung bei Verordnung eines Vielfachen der größten Packungsgröße ist nicht erforderlich.
  • Die gleichzeitige Verwendung eines Arzneiverordnungsblatts (Muster 16) für die Verordnung von Hilfsmitteln und Arzneimitteln ist unzulässig. Bei der Bedruckung erscheint daher ggf. ein entsprechender Hinzuweis, getrennte Verordnungsblätter zu verwenden.
  • Bei der Verordnung von Fertigarzneimitteln ist eine Änderung der aus der Arzneimitteldatenbank übernommenen Angaben unzulässig. Weitere Angaben haben gesetzlichen und rahmenvertraglichen Bestimmungen zu entsprechen.
  • Darüber hinausgehende Angaben auf dem Rezept (z.B. "keine Substitution", "kein aut-idem", "das Medikament ist zuzahlungsbefreit" oder Verordnungsbegründungen) sind unzulässig.


Praktische Handhabung und Konsequenzen in der Karteikarte:

  • Beim Druck wird, sofern eine PZN verfügbar ist, der Arzneimittelname aus dem MMI-PharmIndex verwendet.
  • Sollen mehrere Packungen einer Arznei gedruckt werden, bitte vor das Präparat stellen.
    z.B.: 2x Simvabeta 10mg 30 Filmtbl. N1'11.26;03241098
  • Soll eine Signatur (Verordnungsvorschrift) mit auf das Rezept gedruckt werden, muss die Signatur in üblicher Art und Weise kommagetrennt hinter dem Präparat stehen.
    z.B.: Simvabeta 10mg 30 Filmtbl. N1'11.26;03241098, S:0-1-1-0
  • Soll eine Bemerkung, Kommentar, Diagnose oder Sonstiges mit ausgegeben werden, muss dies hinter dem Präparat kommagetrennt stehen...
    z.B.: Clomifen 50mg 10 Tbl. N1'20.68;03884844, Verordnung nach § 27a SGB V
    ...oder in Klammern (innerhalb des Arzneimitteltextes, hinter N1,N2,N3).
    z.B.: NuvaRing 3x1 Vag.-Ring N2 (Diag. Lactoseintolleranz)'48.25;02081008

Hinweis bei fehlender AVWG-Lizenz

Seit dem 01.07.2008 (!!) ist das Verordnen von Kassenrezepten ohne eine zertifizierte AVWG-konforme Arzneimitteldatenbank unzulässig, wurde vom Praxis-Programm jedoch nicht überprüft. Diese laxe Handhabung ist ab dem 01.04.2018 nicht mehr möglich.

Das Praxis-Programm weist daher mit einer Meldung darauf hin, wenn in einer Kassenarzt-Praxis bisher (versehentlich) die kostenlose und im Umfang reduzierte Datenbankversion für Privatpraxen genutzt wurde.

Ab dem 1.4. wird bei Nutzung der Datenbankversion für Privatpraxen im Fall eines Kassenrezepts automatisch nur noch ein Privatrezept gedruckt (Befehl wird ebenfalls geändert).


MediSoftware, Steinstrasse 1, 24118 Kiel | Tel. (0431) 8 86 87-0 | Kontakt | Impressum