Heilmittelverordnung: BVB/LHMB


01.04.2021
Die Sachlage im Zusammenhang mit dem Besonderen VersorgungsBedarf (BVB), Langfristigen HeilMittelBedarf (LHMB) und dem Patientenindividuellen Langfristigen HeilMittelBedarf (PLHMB) ist einigermaßen kompliziert. Allerdings hat sich mit Einführung der neuen Heilmittelverordnung nichts Wesentliches geändert.

Es gibt eine Stammdatei, die regelt, welche Kombination von ICD-10 und Diagnosegruppe (hat nichts mit ICD zu tun, sondern ist das, was früher der Indikationsschlüssel war, z.B.: ZN, WS, LY) einen entsprechenden Versorgungsbedarf anzeigt. Anhand dieser Kombination werden die Markierungen (BVB, LHMB) in dem Heilmittelkatalog und evtl. in der ICD-Liste gesetzt.

Leider gibt es noch einige weitere Kriterien. Einige Kombis sind nur bei bestimmten KVen anzuwenden. Des Weiteren kann das Alter des Patienten eine Rolle spielen, oder die Angabe eines Datums für ein Akutereignis.
Insofern kann in der Heilmittelliste eine Markierung BVB/LHMB vorhanden sein, die eigentlich Verordnung ist, dann aber kein besonderer Versorgungsbedarf.

Datum Akutereignis:

Wenn benötigt, sieht man es in dem Tooltip bei der Verordnung, z.B.: "Längstens 1 Jahr nach Akutereignis". Das Datum wird im RPHV oben rechts erfasst.



Das Datum muss nur einmal erfasst werden.
Sind die Voraussetzungen für ein Akutereignis nicht erfüllt, kann kein Datum erfasst werden und es erscheint eine entsprechende Meldung.



Bei Folgeverordnungen mit identischem ICD + Diagnosegruppe wird das Datum aus der Vorverordnung automatisch berücksichtigt.
Ein Akutereignis kann z.B. das Datum einer Fraktur, eines Schlaganfalls, ... sein.

Das Datum wird weder auf die Verordnung gedruckt, noch in irgendeiner Form an die KV/Kasse übertragen!
D.h. letztendlich entscheidet die Prüfstelle anhand aller vorliegenden Daten, ob es eine BVB/LHMB-relevante Verordnung ist. Im Praxis-Programm hat das Ganze nur Auswirkungen auf die Statistik und ist zur eigenen Information der Praxis!

Laut KV-SH:

Es gibt keine festen Regeln, was ein Akutereignis ist. Auch das Datum ist nicht eindeutig. Es kann das Datum des Ereignisses sein.
Möglich wäre aber auch das Datum des ersten Arzt- Patientenkontakts nach dem Ereignis.

Patientenindividueller langfristiger Heilmittelbedarf:

Sollte ein*e Patient*in ständige Heilmittel benötigen, aber die Kombi ICD/Diagnosegruppe keinem langfristigen Heilmittelbedarf entsprechen, kann bei der Kasse ein entsprechender Antrag gestellt werden, in dem genau die ICD/Diagnosegruppe als LHMB legitimiert wird. Kenntlich zu machen im Praxis-Programm durch den Befehl LHMB. Dieser kann automatisch eingetragen werden über den Knopf unten rechts im RPHV, oder manuell als LHMB.
Eine Info hierzu befindet sich im Helpdesk (im Unterverzeichnis "Praxisprogramm --> Medikamente"):"Heilmittel-Patienteninfo langfristiger Heilmittelbedarf".

Storno-Datum:

Man soll eine Verordnung stornieren können (KBV-zertifizierungsrelevant). Man kann im Praxis-Programm dazu ein Datum erfassen. Die Verordnung wird dann bei der Statistik nicht mehr berücksichtigt.

Heilmittelverordnung und Markierungen in der Diagnosenliste

Da sich die Reihenfolge der Auswahl Diagnose/Indikation ja mit der neuen Verordnung geändert hat, sind Diagnosen, die BVB/LHMB relevant sind, nicht mehr gekennzeichnet.

Stattdessen werden nun alle potenziell möglichen Diagnosen mit einem -Icon markiert.



Das heißt nicht, dass alle markierten Diagnosen zu einer BVB/LHMB-Verordnung führen, da dies von der Indikation und diversen anderen Faktoren abhängt.
Die markierten Diagnosen jedoch ermöglichen eine entsprechende Verordnung.


MediSoftware, Steinstrasse 1, 24118 Kiel | Tel. (0431) 8 86 87-0 | Kontakt | Impressum
powered by webEdition CMS